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08.08.2018

Mehrzweckprojekt Dam Complex of Upper Atbara – Alle Maschinensätze in Betrieb

Die Wasserkraftanlage des Dam Complex of Upper Atbara

Die Wasserkraftanlage des Dam Complex of Upper Atbara

Mit der erstmaligen Netzsynchronisation am 11. Juni 2018 hat auch der letzte Maschinensatz des Wasserkraftwerks des Dam Complex of Upper Atbara (DCUAP) im Osten des Sudan die Inbetriebnahmephase abgeschlossen. Seither befindet sich dieser zusammen mit den drei zuvor fertiggestellten Maschinen im regulären Betrieb. Die vier vertikalen Kaplan-Maschinensätze à 80 MW (93 MVA) stellen nun dem elektrischen Netz eine Gesamtleistung von 320 MW zur Verfügung und unterstützen wirkungsvoll die sudanesische Energieversorgung. Der erste Maschinensatz hatte bereits Anfang 2017 den Betrieb aufgenommen. Nach acht Jahren Bauzeit steht das von Lahmeyer International durchgeführte Projekt somit vor dem Abschluss.

40 Jahre Erfahrung im Sudan

Lahmeyer International kann im Sudan auf mehr als 40 Jahre Erfahrung zurückblicken. Zu Beginn des Projekts DCUAP beauftragte die Dams Implementation Unit (DIU) Khartoum, ein Organ des Sudanesischen Ministeriums für Wasserwirtschaft, Bewässerung und Elektrizität, das Unternehmen mit der Prüfung der vorhandenen Untersuchungen und Studien. Im Folgenden erstellte Lahmeyer die Ausschreibungsunterlagen, führte den internationalen Ausschreibungsprozess durch und fertigte die gesamte Detailplanung an. Neben der Projektleitung übernahm der Ingenieursdienstleister zudem die Bauüberwachung des Mega-Projekts, das ein Investitionsvolumen von 1,1 Milliarden Euro aufweist.

Bewässerung und Hochwasserschutz

Die Bauarbeiten des Vorhabens im östlichen Landesteil des Nord-Sudans begannen im Jahr 2010 mit der Errichtung umfangreicher Baustellen-Infrastruktur samt zweier großer Flussbrücken. Nachdem der 13 km lange und maximal 41,4 Meter hohe Damm und die Hochwasserentlastungsanlagen fertiggestellt waren, erfolgte im Jahr 2016 der erste Aufstau des Reservoirs. Bei der Planung der Anlage mussten die Ingenieure von Lahmeyer berücksichtigen, dass die speisenden Flüsse Upper Atbara und Setit in der Regenzeit extremes Hochwasser führen. Daher dimensionierten sie die beiden unabhängigen Hochwasserentlastungen auf die größtmögliche Hochwasserflut: Zusammen weisen diese eine Abflusskapazität von nahezu 16.000 m³/sec auf. Das aktive Speichervolumen des Reservoirs von 2,5 Milliarden m³ steht dem Bauherrn DIU seit nunmehr drei Jahren zur Bewässerung von derzeit 300.000 ha Land zur Verfügung. Der Speicher wird jährlich durch die Hochwasserflut der Regenzeit gefüllt; Hochwasserspitzen im Unterwasser werden somit vermieden. Ein zukünftiger Ausbau der Bewässerungssysteme auf eine Fläche von 450.000 ha wird das Potential der wasserwirtschaftlichen Facette des DCUAP Mehrzweck-Projekts weiter entfalten.

Trinkwasser für 450.000 Menschen

Das gespeicherte Wasser wird zusätzlich genutzt, um die 450.000 Einwohner der Hauptstadt Gedaref des gleichnamigen Bundeslandes ganzjährlich mit 75.000 m³ Trinkwasser nach WHO-Standards pro Tag zu versorgen. Die etwa 70 km lange Hauptversorgungsleitung mit einem Durchmesser von 1000 mm, die von der Wasseraufbereitungsanlage auf dem DCUAP-Gelände gespeist wird, ist weitgehend fertiggestellt. Neben Lahmeyer International ist auch dessen Tochterunternehmen GKW Consult an der Planung und Bewässerung des „Gedaref Water Supply Project“ GWSP beteiligt. Für dieses Projekt plant der Bauherr ebenfalls eine zukünftige Erweiterung, um dem starken Zuzug in die Region zu entsprechen. Diese wird die Kapazität auf 150.000 Kubikmeter pro Tag verdoppeln.

Kraftwerk der Wasserkraftanlage mit Einlassbauwerk

Kraftwerk der Wasserkraftanlage mit Einlassbauwerk

Die Burdana Hochwasserentlastungsanlage am Upper Atbara, Sudan

Die Burdana Hochwasserentlastungsanlage am Upper Atbara, Sudan

Frühjahr 2010 - Aushubarbeiten für die Hochwasserentlastung am Upper Atbara

Frühjahr 2010 - Aushubarbeiten für die Hochwasserentlastung am Upper Atbara

Das Flussbett des Upper Atbara nach Fertigstellung des Projekts

Das Flussbett des Upper Atbara nach Fertigstellung des Projekts

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